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<<zurück Mit Solarthermie ist man immer im Plus!  
Ein Experteninterview mit Dr. Lothar Breidenbach, Geschäftsführer Technik des Bundesverbandes der Deutschen Heizungsindustrie e.V. (BDH), Köln

 

 

 

Köln im Mai 2016.

1.    Wie funktioniert eigentlich das Prinzip von Solarthermie?
Das Grundprinzip ist schnell erklärt: Solarkollektoren auf dem Dach eines Hauses wandeln Sonnenlicht in Wärme um, welche daraufhin zur Trinkwarmwasserversorgung oder auch zusätzlich zur Heizungsunterstützung zur Verfügung steht. Dazu wird in den Kollektoren ein Wärmeträger durch die Sonne erhitzt. Dieses Wärmeträger-Liquid erwärmt über einen Wärmetauscher den Solarspeicher im Haus. Nur wenn die Sonnenstrahlung an dunklen Tagen nicht ausreicht, wird der konventionelle Wärmeerzeuger zugeschaltet. Mit Solarthermie lässt sich entweder die Trinkwarmwasserbereitung oder zusätzlich auch die Heizung im Haus unterstützen. Für den letztgenannten Anwendungsfall muss die Kollektorfläche allerdings um das 2- bis 2,5-fache größer ausgelegt werden.

2.    Welche Kollektor-Varianten existieren am Markt? Und für welche unterschiedlichen Anforderungen sind diese ausgelegt?  
Es gibt verschiedene Arten von Sonnenkollektoren am Markt, die sich sowohl in der Leistung wie auch im Preis unterscheiden. Die gängigsten Varianten sind der Flach- und der Vakuumröhrenkollektor. Flachkollektoren enthalten selektiv beschichtete Hochleistungsabsorber. Diese Kollektorenversion eignet sich sowohl für die Indachmontage als auch für die Aufdach- oder Flachdachmontage und bietet somit vielseitige architektonische Gestaltungsmöglichkeiten. Vakuumröhrenkollektoren benötigen für denselben Wärmeertrag etwa 30 Prozent weniger Fläche. Sie nehmen die Wärme über luftleere, druckfeste Glasrohre auf. Welche Kollektorausführung im speziellen Fall die optimale ist, lässt sich so pauschal nicht beantworten. Denn neben gestalterischen Wünschen hängt die Konfiguration der Kollektorfläche auch immer von den individuellen Ansprüchen und dem Wärmebedarfs. Entsprechend sollte der Hausbesitzer sich für eine solche Entscheidung im Vorfeld immer vom Fachhandwerker beraten lassen. Prinzipiell sind alle in Deutschland er-hältlichen Kollektoren von Qualitätsherstellern sehr langlebig.

3.    Solarthermie wird auch gerne als „hybrides oder bivalentes“ System bezeichnet. Was genau ist damit gemeint?
Bivalent heizen bedeutet, zwei unterschiedliche Energieträger zu nutzen. Entsprechend heizen wärmeunterstützende Solaranlagen immer bivalent – eben in der Kombination mit einer Brennwertheizung, einer Wärmepumpe oder einer Biomasseheizung.
Durch ein gut abgestimmtes Gesamtsystem lassen sich dann dank der „sonnigen Heizung“ große Heizkostenersparnisse erreichen. Heizung muss nur an düsteren Tagen anspringen, wenn die Solarthermie in unseren Breiten nicht alleine ausreicht.

4.    Welche Wärmemengen kann ein Haushalt mit einer solarthermischen Anlage abdecken?
Eine gut ausgelegte Solarthermieanlage kann den Warmwasserbedarf eines Ein- oder Zweifamilienhauses über das Jahr hinweg gesehen bis zu 65 Prozent abdecken, an sonnigen Tagen sogar komplett. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus reicht eine Kollektorfläche von vier bis sechs Quadratmetern, wenn nur das Brauchwasser erwärmt werden soll. Ist auch eine Heizungsunterstützung vorgesehen, sollte mit bis zu 15 Quadratmetern kalkuliert werden. 

5.    Wie hoch liegen die Einsparpotenziale durch eine Heizungsunterstützung mittels Sonnenwärme?
Je nach Dämmstandard können 10  bis 30 % Heizkosten eingespart werden, bei Niedrig-energiegebäuden sogar bis zu 50 %. Bei der Kombination von Solarthermie und einem Heizkessel verringert sich der Brennstoffbedarf entsprechend, bei Wärmepumpen werden ebenso die Betriebszeiten minimiert und somit auch der Stromverbrauch.

6.    Welche Förderungen gibt es aktuell für solarthermische Anlagen?
Das neue „Anreizprogramm Energieeffizienz“ (APEE) zur Förderung besonders effizienter regenerativer Systeme unterstützt Solarthermie. So können sich Heizungssanierer, die Kollektoren nachrüsten, über hohe Zuschüsse freuen. Denn durch das APEE wird die MAP-Unterstützung nochmals um 20 Prozent erhöht. Zudem sind 600 Euro „APEE-Optimierung“ möglich, falls dieser Betrag nicht schon als „MAP-Optimierungsbonus“ ausbezahlt wurde. Voraussetzung für die Förderung ist neben dem Austausch des alten Wär-meerzeugers auch eine klar definierte Ertüchtigung des gesamten Heizsystems in puncto Effizienz. Je nach Größe der Kollektorfläche sind so Fördersummen in Höhe von mindestens 3.600 Euro möglich. Auch im Neubau wird Solarthermie durch die Innovationsförderung belohnt. Auf unserem Verbraucherportal  www.sonnigeheizung.de  findet man alle aktuellen Fördersätze übersichtlich erläutert. Dort haben wir auch gleich die passenden Förderformulare zum Download bereitgestellt.

7.    Abgesehen von den umfangreichen Fördermitteln bleibt aber natürlich die Grundinvestition in die solarthermische Anlage. Gibt es hierfür aktuell attraktive Finanzierungsmöglichkeiten?
Neben den Fördergeldern der BAFA ist auch eine Unterstützung durch die KfW möglich. So steht für die „sonnige Heizung“ beim Neubau oder Immobilienkauf ein zinsgünstiges KfW-Darlehen ab 0,75 % aktivem Jahreszins zur Verfügung. Grundsätzlich sind Finanzierungsmöglichkeiten und Fördermittel für solarthermische Anlage aktuell so attraktiv wie nie. Eine echte Chance für Hausbesitzer, sich selbst sehr preiswert mit Energie zu versorgen und durch hohe Einsparungen beim primären Wärmeversorger die Umwelt zu schonen.   







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Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie e.V. (BDH), Köln
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